Erich Kästner

Schlagwörter

, , , , , ,

„Alles, was gigantische Formen annimmt,

kann imponieren – auch die Dummheit.“

 

Erich Kästner – Schriftsteller

habe ich ähnlich wie Mark Twain durch die alten Jugendbücher meines Vaters kennen gelernt. „Das fliegende Klassenzimmer“, diese Erzählung um Freundschaft und Aufrichtigkeit, war eines meiner Lieblingsbücher als Kind. „Emil und die Detektive“ sowie „Pünktchen und Anton“ waren weitere Klassiker, die ich liebte. Neben den Vorworten und Einwürfen, mit denen sich Kästner im Handlungsstrang der Romane an seine Leser wandte, schätzte ich die Zeichnungen von Walter Trier in den klassischen Ausgaben. Besonders mag ich die Szene aus „Pünktchen und Anton“, in welcher der Dackel Piefke, auf einem Stuhl am Esstisch sitzend, einen Klaps auf den Hintern bekommt und ganz auf die gedeckte Mittagstafel springt.

Kästner war Humanist und Antimilitarist. Seine Werke wurden von den Nazis als „wider den deutschen Geist“ eingestuft und öffentlich verbrannt. Kästner ging jedoch nicht ins Exil, sondern publizierte unter einem Pseudonym weiter. Er sah sich als Chronist in einer düsteren Zeit.

Bild

Erich Kästner starb am 29. Juli 1974.

 

Advertisements

Casablanca

Schlagwörter

, , ,

habe ich natürlich gesehen, vermutlich auch öfter. Ausgesprochen beeindruckt hat mich der Film jedoch nie. Ästhetisch, ja, bestimmt und für Hollywood auch recht politisch und voll von Dialogen, die mittlerweile zum Sprachfloskelallgemeingut gehören – irgendwie Kult halt.

Trotdem sind Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart das Kinopärchen schlechthin und sahen in dem Film einfach cool aus.

Bild

Sophie Scholl

Schlagwörter

, , , ,

Bild

Sophie Scholl – Studentin

Die Weiße Rose war eine Widerstandsgruppe im Dritten Reich, vermutlich die heute Bekannteste, welche mittels Flugblättern und Wandparolen versuchte das Hitlerregime von innen zu destabilisieren. Die Wurzeln der Gruppe, die sich überwiegend aus Studenten zusammensetze, lagen im Bürgertum (auch wenn die letzten Texte der Gruppe zunehmend sozialistisch geprägte waren) – sicher einer der Gründe für die anhaltende Bekanntheit; konsensfähiger Widerstand. Ein anderer Grund hierfür ist sicher darin begründet, dass die Mitglieder der Gruppe überwiegend junge Menschen waren und kurz vor Ende des Krieges noch hingerichtet wurden.

Sophie Scholl war eine von ihnen. Trotzdem wäre es falsch sie auf die Rolle der Widerstandskämpferin zu reduzieren. Tagebuchaufzeichnungen und Briefe zeigen eine sensible, künstlerisch begabte und die Natur liebende junge Frau. Als sie ihrem Bruder Hans zum Studieren (Biologie und Philosophie) nach München folgte, schloss sie sich dort der Gruppe an. Die Überzeugung zum Widerstand war für sie die Konsequenz aus einem tiefen empfundenen Humanismus und ihrer christlichen Überzeugung.

Sophie Scholl wurde, wie auch Christoph Probst und ihr Bruder Hans am 22.Februar 1943 durch die Guillotine hingerichtet. Eine Mitgefangene beschreibt sie am Tag ihrer Hinrichtung als „mit sich im Reinen.“

Franz K.

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Bild

Franz Kafka – Schriftsteller

Kafkas Hauptwerk wurde erst posthum durch seinen Freund Max Brod veröffentlicht. Die Manuskripte hatte Kafka ihm zum Vernichten überlassen.

Ich war um die zwanzig, als ich Kafka für mich entdeckte. Kafka ein hochsensibler, immer kränklicher Mensch, litt Zeit seines Lebens unter der Beziehung zu seinem dominanten Vater. Seine Beziehungen zu Frauen waren nicht minder kompliziert. Franz Kafkas Romane und Erzählungen sind geprägt von alptraumartigen, eben kafkaesken Bedrohungsszenarien. Beste Voraussetzungen um von einem jungen Mann in der Adoleszenz, emotional aufgewühlt durch Ablösungsprozesse, Sinnsuche und Bindungsversuche, mit Begeisterung gelesen zu werden.

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“, ist der erste Satz aus der „Verwandlung“ und eines der bekanntesten Zitate der Literaturgeschichte. Kafkas Protagonisten begehren nicht auf, sondern fügen sich in ihre Situation.

Kafka ist immer wieder interpretiert und adaptiert worden. Empfehlenswert ist eigentlich alles von ihm, sowie die Comicbiografie von Robert Crumb, die Comicadaptionen seiner Kurzgeschichten von Peter Kuper und die Interpretationen seiner Werke von der Theaterwerkstatt Pilkentafel.

Franz Kafka starb 1923 im Alter von 41 Jahren.

Wir werden gebraucht, Mrs. Peel!

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Damit hier mal wieder etwas passiert werde ich in der nächsten Zeit ein  paar Bilder der unten beworbenen Ausstellung posten. Das Konzept der Ausstellung sah ja vor, die eigene Biografie zu erforschen – daher gibt es zu Bildern auch immer noch ein paar kurze Texte. Die Ausstellung hat noch bis zum 31.05.2014 geöffnet und endet mit einem kleinen Workshop.

Image

Emma Peel – (Filmfigur, gespielt von Diana Rigg)

dürfte mir irgendwann in den späten 70ern im Fernsehen aufgefallen sein, als ich ausnahmsweise die für mich damals bisweilen recht gruseligen Schwarz-Weiß-Folgen von „Mit Schirm, Charme und Melone“ im Fernsehen sehen durfte. Ich vermute, dass mein Vater, der mir den Zugang zum Fernseher nicht verwehrte, ebenfalls für die Filmfigur schwärmte, die, neben überragenden Kampfsportfähigkeiten gepaart mit wissenschaftlichem Know How, durch Charme, Scharfzüngigkeit und eine großartige Sixties/70ties Garderobe auffiel – unvergessen der Ledercatsuite…

Es wäre gelogen zu sagen, dass Diana Rigg mein Weiblichkeitsideal geprägt hätte – beschäftigt hat sie mich aber sicher eine zeitlang in meiner frühen Pubertät. John Steed (Patrick Macnee), ihr Kollege im Agententeam, hatte vor und nach Emma noch andere Kolleginnen, die jedoch nie, so der allgemeine Konsens, an Mrs. Peel heranreichten.

Die britische Krimi-/Fantasie-/Agentenserie „Mit Schirm, Charme und Melone“ insbesondere die Folgen mit Diana Rigg sind herrlich altbackene Filme, die in Plot, Dekoration und Kostümen den Geist ihrer Zeit transportieren. Großartig auch die Nebencharaktere, mit denen häufig sehr liebevoll das Klischee des schrulligen Briten transportiert wird.

Diana Rigg arbeitet nach wie vor als Schauspielerin für Kino, TV und Theater und als Dozentin für Schauspiel.

 

 

Spuren – Street-Art aus Flensburg

Schlagwörter

, , , , , , ,

Es war ja lange ruhig – wird es wohl auch weiterhin bleiben. Familie, Arbeit , Haus und Hof lassen für berichtenswerte Abenteuer nicht viel Raum. Trotzdem möchte ich, nicht ganz uneigennützig, auf eine kleine Ausstellung in Flensburg aufmerksam machen. Spuren

Spuren2Ob das ganze nun Street-Art ist, wie in der Überschrift angekündigt, wäre zu diskutieren… weil hinter Glas und Indoor. Trotzdem, auch wenn Schablonentechnik deutlich älter ist, als die recht neue Genrebezeichnung „Street-Art“, dürften die Grundlagen der präsentierten Arbeiten nixdestotrotz auf der Straße liegen. Ein bisschen Street-Credibility sei hiermit versichert

Hier gehts zur Galerie. Vielleicht ja bis zum 29.03!

Provinz III – All überall auf den Tannenspitzen…

Schlagwörter

, , ,

Ich hatte den Beitrag schon vor einiger Zeit im Tageblatt entdeckt…FielmannDas ist doch endlich mal wieder eine gute Nachricht: „Tanne? Fielmann!“ Interessant, wann künftige Generationen den Begriff Weihnachtsbaum durch Fielmantanne ersetzt haben…

Was weniger nervt ist die clevere Marketingstrategie einer Optikerkonzerns, der durch seine Gaben den eigenen Namen in unseren Gehirnen mit dem höchst emotional besetzten Weihnachtsfest verknüpft, sondern vielmehr die Bereitschaft des shz im Sommer eine solche Nachricht dankbar zu platzieren.

Am Futterhaus

Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Nachdem ich schon wieder fast ein Vierteljahr in Kaltland bin, wird es Zeit für ein Lebenszeichen. Leben findet bei uns, zumindest was die Anzahl der Induvidien angeht, in erster Linie im Garten statt.

Mein Bio-Seminarleiter präsentierte uns irgendwann seine These, dass der Zugang zur Biologie bei den meisten Menschen über den Tümpel oder das Vogelfutterhäuschen stattfindet. Man kann von Winterfütterung halten was man möchte. Jäger die im Winter das Wild hegen, um es im Frühjahr über den Haufen zu schießen werde ich wohl nie verstehen. Auch das Füttern von Singvögeln im Winter ist etwas zwiespältiig, werden doch recht einseitig bestimmte Arten gestärkt und gleichzeitig abhängig vom Menschen – die natürliche Auslese wird so umgangen.  Andererseits bietet das Futterhaus die Möglichkeit einen Zugang zur Natur zu schaffen. Meine gerade Fünf gewordene Tochter kann mittlerweile mindestens zehn Singvogelarten benennen und auseinanderhalten. Einige Argumente zum Pro & Contra der Vogelfütterung sind hier gelistet. Zu den Pro-Argumenten die aufgeführt sind, möchte ich noch hinzufügen, dass ich mit der Winterfütterung evtl. die Schneise wieder füllen kann, die meine Katze in ihrer aktiven Zeit in den Wildvogelbestand geschlagen hat.
Aber was gibt es denn nun bei uns am Vogelhaus zu sehen? Die Artenliste:

  • Grünfink (Carduelis Chloris), der ja eigentlich gelb ist und gern im Rudel aufschlägt,
  • Bergfink (Fringilla montifringilla), auch gern im Rudel und möglicherweise ein Gast aus Skandinavien,
  • Stieglitz oder Distelfink (Carduelis carduelis), mein Favourit diesen Winter,
  • Dompfaff oder Gimpel (Pyrhulla pyrhulla), viel zu bunt für hier,
  • Buchfink (Fringilla coelebs),
  • Haussperling (Passer domesticus), graue Mütze im Gegensatz zur braunen des Feldspatzes,
  • Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) hamstert Körner und verputzt sie wo anders,
  • Rotkehlchen (Erithacus rubecula) is ja eher ein Rostkehlchen,
  • Amsel (Turdus merula), die Proleten des Vogelhauses, schubsen, prügeln und bepöbeln sich gegenseitig und alle anderen,
  • Wacholderdrossel (Turdus pilaris),
  • Blaumeise (Parus caeruleus) ist deutlich größer als die superniedliche
  • Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) und etwas kleiner als die
  • Kohlmeise (Parus major).

Nicht typische Singvögel, aber auch Gäste ums Vogelhaus herum wären dann noch:

  • Ringeltaube (Columba palumbus),
  • Buntspecht (Dendrocopos syriacus) am Meisenknödel,
  • Eichelhäher (Garrulus Glandarius),
  • Elster (Pica pica),
  • Fasan (Phasianus colchicus) unser täglicher Gast („Papa, der Fasan ist wieder da!“),
  • Rehe (Capreolus capreolus) und ein
  • Sperber (Accipiter nisus) wurde auch schon gesehen.

Fasan

Für mitten in der Stadt finde ich das recht beachtlich, wobei das Osbektal den Tieren trotz der unbelehrbaren Warumsollichmeinköterimschutzgebietandieleinenehmenmenschen sicher noch genug natürliche Rückzugsbereiche bietet.

Und zum Schluss noch ein kleiner Appell: Verantwortungslos ist es, dass die Supermärkte das Vogelfutterangebot  bereits vor Wochen zu Gunsten der Osterartikeln aus dem Programm genommen haben.  Solange es noch Minusgerade gibt und damit verbunden Bodenfrost herrscht, Pflanzen noch nicht austreiben und letztendlich noch keine Insekten unterwegs sind, benötigen einmal angefütterte Vögel weiterhin Futter. Dieses gibt es auch in Zeiten der eingeleiten Osterzeit (…welche wiederum den Vögeln recht egal ist) in den Zoohandlungen.

Also: Weiterfüttern! Abtreten!

Station 6: Đồng Hới – Strand, Skurriles, Höhlen und Hügel

Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Đồng Hới ist eine mittelgroße Stadt und an einer Flussmündung gelegen. Ultrahipper Vintagelook: Steg aus alten Planken.Überquert man eine große Brücke gelangt man zu einem von der Fischerei geprägten vorgelagerten Wohnviertel. Dort befindet sich auf der Seeseite ein Badestrand, der weitestgehend von einer riesigen Hotelanlage dominiert wird. Für Touristen hält Đồng Hới erst einmal nicht allzu viel bereit, worüber wir allerdings nach dem Tourismusoverkill der letzten Wochen nicht allzu unglücklich waren. Der Ort bildet jedoch eine gute Ausgangsbasis für Ausflüge in die Umgebung, welche mit einigen spektakulären Ausflugszielen aufwarten kann.Berge bei Phong-Nha

Um einige davon möglichst bequem und problemlos zu erreichen buchten wir eine organisierte Tour. Der Minibus mit dem versprochenem „englishspeaking“ Guide brachte unsere recht überschaubare Gruppe zuerst nach Son Trach einem kleinem Dorf von dem aus Boote zu einer Flusstour entlang des Karstgebirges aufbrechen. IMG_0470Der „englishspeaking Guide“ verabschiedete sich beim Besteigen der Boote vorläufig mit dem Verweis auf die Bootsführer, welche wie sich herausstellte zwar fließend vietnamesisch aber kein Wort Englisch sprachen. Ziel der Fahrt war ein Höhlensystem, die Phong-Nha-Höhlen, welches von dem Fluss durchzogen wird. Hier  darf man aussteigen und verschiedene bunt beleuchtete Höhlen durchschreiten. Etwas weniger Mut zur Farbe wäre hier auch in Ordnung gewesen – so erinnerten die ausgeleuchteten Tropfsteinhöhlen oft an den weihnachtlichen Fensterschmuck der sozialen Brennpunkte deutscher Großstätte. Auf der Rückfahrt fielen uns Einheimische auf, welche in kleinen Booten stehend, mit langen Rechen Wasserpflanzen aus dem Fluss fischten, um diese an Bord zu häufeln. Ich konnte später herausfinden, dass es als Nahrung für Rinder, wohl aber auch für Menschen diene – wieder was gelernt. IMG_0383Nach dem Anlegen ging es zum Essen, mittlerweile war auch der Guide wieder aufgetaucht. Das Essen war, wie auf solch organisierten Touren allgemein, selbst für uns Vegies recht vielfältig, im Preis inbegriffen und einfach gut. Erstaunlich, was in den doch recht primitiven Küchen mit ein paar Töpfen, Pfannen und Messern so gezaubert wird. Dem kleinen Hund, der vor dem Restaurant auf seiner Decke lag, wünsch ich, dass seRestaurantküchein Schicksal mehr als einen Topf für ihn bereit hält.

Die Fahrt ging weiter zur Paradieshöhle, auch hier nach Ankunft das gleiche Spiel: der des englischen mächtige mitgebuchte Reiseleiter blieb zurück und überließ uns stiefguidelich unserem Schicksal. Von den insgesamt 31 km, die das weltweit längste Trockenhöhlensystem (Ich liebe Superlative, sie pflastern die Wege des Touristen wie Laub im Herbst.) umfasst, bekommt der Ausflugstourist nur den ersten zu sehen. Längere Touren ins innere der Höhle können extra gebucht werden – für die nächste Vietnamreise merken! Golfwagen stehen bereit, um Touristen vom Ticketschalter zum Fuß der Treppe zu bringen, die zur Höhle führt. Man hätte das Geld für die Golfwagen lieber in einen Fahrstuhl investieren sollen. WähIMG_0412rend der Weg zur Treppe eben und komfortabel ist, haben es die 500 Treppen die zur Höhle führen in sich. Zwar konnten wir beim Ersteigen halbwegs unser Gesicht wahren und Verschnaufpausen als Fotosession – „Boah, was für ne´ Assel!“ “Guck mal, da in dem Loch ist eine Hölenspinne!“ tarnen, aber die beiden Gebirgsdeutschen in unserer Gruppe legten ein (zu) gutes Tempo vor: Bayern : Preußen – 1:0. Ich fühlte mich erneut in meiner Meinung bestätigt, dass es sich bei Bergen eigentlich nur um landschaftliche Störfaktoren handelt.IMG_0407

Die Paradieshöhle selbst war überwältigend und freundlicherweise hatte man sich bei der Ausleuchtung auf weißes Licht beschränkt, sodass der Genuss und der Entfaltung der eigenen Kreativität angesichts der phantastischen Formationen nichts im Wege gestanden hätte… wäre da nicht der Guide gewesen, dem wir beim Besuch der Höhle zwangsverpflichtet wurden. Wohlgemerkt: es handelt sich um den höhleneigenen Guide, unser war ja…ach egal.

Der freundliche junge Mann ließ bei der 45minütigen Wanderung keine Gelegenheit aus, uns zu empfehlen WAS wir in den einzelnen Gebilden, Formationen, Stalaktiten und Stalagmiten zu sehen hätten. Sie sehen hier: einen Weihnachtsbaum und einen gefrorenen Wasserfall! Und gefälligst nichts anderes!Die ältere Dame, die schnaufend und recht blass auf einer Treppe kauerte fiel ihm jedoch nicht auf, sodass er erst nachdrücklich aufgefordert werden musste sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Etwas später wurde sie dann von Sanitätern aus der Höhle befördert. Das wäre dann die Kehrseite der von mir als recht angenehm empfundenen buddhistischen Gelassenheit – sie kann auch in einer gewissen Gleichgültigkeit münden.

Der letzte Programmpunkt der Tour bestand aus einer kleinen Wanderung entlang des Nuoc-Mooc-Ökopfades, ein Holzbohlenweg durch den Urwald, der über mehr oder minder wacklige Brückenkonstruktionen entlang des Badezeit :-)Flusses führt. Das schönst ist jedoch eine kleine natürliche Stauung, die zum Baden freigegeben ist. Hier kann man – recht erfolglos – versuchen gegen die Strömung anzuschwimmen. Was soll ich sagen: Zwar tauchte einer der Münchner kurzfristig in das ihm fremde Element ein, verließ es dann aber auch wieder recht fix. Und so endete der Ausflug mit einem befriedigendem Unentschieden: Bayern : Preußen – 1:1. Wenn man dann noch den Altersunterschied berücksichtigt. Herren (Bayern) : Senioren (Preußen) geht der Pokal verdient nach Norddeutschland.

Am nächsten Tag waren wir wieder mit dem Roller unterwegs. Ziel sollte ein Kriegsmuseum seiIMG_0549n, dass im Reiseführer als „skurriles Freilichtmuseum“ bezeichnet wurd. Passt doch zu uns dachten wir und machten uns los. Insbesondere für diesen Ausflug galt „Der Weg ist das Ziel“, wenngleich er in diesem Fall vorläufig unterbrochen wurde: Nach einem Fotostopp wollte mein Roller nicht mehr anspringen. Nach einer Weile herumprobieren, tauchte ein älterer ebenso zahnlos wie betrunkener jedoch sehr hilfsbereiter Vietnamese auf, der unsere Situation erkannte und loswankte und Hilfe in Gestalt zweier Mechaniker organisierte. Während alle angesichts der Situation emsig debattiertDer Weg zum Zielen – erste Reaktion in Vietnam auf eine neue Situation – gelang es mir dann zum Glück den Roller mittels Kick zum Laufen zu bringen. Warum der ältere Alkoholfreund auf einmal hinter unser Reisebegleiterinauf dem Roller saß und wie sie ihn wieder loswurde ist eine andere Geschichte…

Das Kriegsmuseum, in Gestalt einiger verfallener Baracken, in welchen die Lebensbedingungen der Menschen während des Vietnamkrieges veranschaulicht wurden, war in einem erbärmlichen Zustand, kostete keinen Eintritt und wurde offensichtlich seit geraumer Zeit sich selbst überlassen. Es wäre nicht erwähnenswert, wäre da nicht die Anfahrt. Am Ende eines Feldweges wäre man eigentlich durch ein rostiges Tor auf einen matschigen Trampelpfad gelangt, der wiederum zu einem Fluss führte auf dessen anderen Seite das besagte Museum lag. IMG_0523Leider war die Brücke, die über den Fluss führte schon lange zerstört, sodass man an anderer Stelle einen Ponton improvisiert hatte, mit dem man sich mittels Seilen zum anderen Ufer ziehen konnte.

IMG_0544Ein bisschen Tom Saywer Romantik trifft auf viel Dritte-Welt-Realität, gut veranschaulicht durch die Wasserversorgung vor Ort. Erwähnenswert wären noch die Kautschukplantage in der Nähe des Museums und der wunderschöne Strand von Đồng Hới, mit der malerischen Rostboje. Hier war es auch das erste Mal während der Reise, dass ich fürs Schwimmen in der Brandung bezahlen musste. Dafür wurde zu diesem Zweck allerdings auch extra ein Kellner aus dem Strandcafé abgeordnet, der sich eine gelbe Rettungsboje unter dem Arm geklemmt hatte und meinem Geplansche beiwohnen musste. Mein persönlicher Guard – so müssen sich Promis fühlen.

Romantik!

Und noch ein paar Bilder, die im Text keinen Platz fanden:

Ganze Wäldchen mit diesen angezapften Bäumchen stehen in Vietnam, immerhin auf Platz 6 der weltweiten Kautschukproduktion, die dann  in Form von Gummihanschuhen, Kondomen, Latexkleidung, Beruhigungssaugern und Autoreifenden ihren Weg zu uns findet
IMG_0509
Schuluniformen und Fahrräder, für alle die noch nicht im realsozialistischen Arbeitsalltag angekommen sind. Man beachte die Fahrweise, welche in Deutschland sofort ein wütendes Ausdemruntergelassenemfensterherumgepoltere seitens der Autofahrer nach sich ziehen würde.
Und noch einmal unsere Freundin die Assel, diesmal in praktischer Kugelform.
... und hier dann noch der Welpe, der hoffentlich nicht als Mahlzeit endet. Katze Mops war mein Reisebegleiter, der von unterwegs immer Urlaubsgrüße an meine Tochter schickte.

… und hier dann noch der Welpe, der hoffentlich nicht als Mahlzeit endet. Katze Mops war mein Reisebegleiter, der von unterwegs immer Urlaubsgrüße an meine Tochter schickte.

PS. Es gibt eine recht einprägsame Eselsbrücke um sich zu merken was Stalagmiten und was Stalaktiten sind. Wer kennt sie? Bitte für sich behalten.

Am Wegesrand

Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Ein paar Bilder auf dem Weg zwischen Erongogebirge und Grootfontain im Nordosten Namibias.

Zesel?Tatsächlich scheint es sowas wie Zesel zu geben. Beim Anblick der Tiere drängte sich der Verdacht auf, dass Mama und Papa nicht aus dem gleichen Stall stammten.

VerkehrszeichenKategorie: Verkehrszeichen, die es in Schleswig-Holstein nicht braucht. Es gibt auch die Warzenschweinvariante.

BergschildkröteMit fast 50 cm kaum zu übersehen – die Bergschildkröte (Geochelone pardalis).

JuliformiaSpannend an diesem Tierchen, dem sogenannten Wurmartigen Tausenfüsser (Juliformia): Es schlüpft mit drei Beinpaaren, könnte also zum Zeitpunkt der Geburt mit einem Insekt verwechselt werden, und danach wächst es mit jeder Häutung auf bis zu 120 Beinpaare heran. OryxBeeindruckende Hörner – die Oryxgazelle oder Spiessbock (Oryx gazella)

SpringbockAuch gerne im Rudel unterwegs und selbst auf der Straße recht selbstbewusst: der Springbock (Antidorcas marsupialis).